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HACKERS, MAKERS, THINKERS

Collective Experiments in Social Fermenting

Irene Agrivina | Interspecifics | Pei-Ying Lin | Cammack Lindsey | Constanza Piña Pardo | Rice Brewing Sisters Club

Constanza Piña Pardo: Khipu, 2018, Klanginstallation

Rice Brewing Sisters Club: Sunhwan Belt, 2021, HD Farbe, Sound, Installation, Filmstill

Nach zwei Jahren sozialer Distanzierung und Isolation widmet sich Art Laboratory Berlin im Jahr 2022 der Frage, auf welche sozialen Möglichkeiten zugegriffen und wiederbelebt werden können. Mit dem Projekt Hackers, Makers, Thinkers wird ein ‚Doing it With Others‘ (DIWO) als möglicher Weg eingeschlagen, beschädigte soziale Beziehungen wieder aufzubauen und neu zu beleben. Nach einer Zeit, in der die meisten von uns auf Unternehmenstechnologien angewiesen waren, wird offenes (Quell-)Wissen eine Grundlage für das Machen und Denken bilden. Wir sind vor allem an einer offenen Kultur interessiert, die auf Gegenseitigkeit, Kooperation und Austausch auf globaler Ebene beruht. Das Projekt, das Berliner Künstlerinnen und Veranstaltungsorte mit Künstlerinnen aus Lateinamerika und Südostasien zusammenbringt, lädt ein, Kunst als Werkzeug für soziale Ermächtigung, Wissenserwerb, Zusammenarbeit und Kooperation zu nutzen. Die Gruppenausstellung, eine interdisziplinäre Konferenz, Workshops und Performances bieten Möglichkeiten des „sozialen Fermentierens“.

Pei-Ying Lin: Virophilia, Dinner-Performance, C-Lab, Taipei, Foto: C-Lab, Taipei

Pei-Ying Lin: Cookbook for the Virophilia-ists in the 22nd Century, Kochbuch

Pei-Ying Lin: Virophilia, 2018-laufend, Performance und Installation, Foto: C-Lab Taiwan

Interspecifics:codex virtualis, 2021

Interspecifics:Aire v.3, 2021


Das Projekt Entangled Beauty. A Perfect Marriage der indonesischen Künstlerin Irene Agrivina verbindet traditionelle landwirtschaftliche Praktiken, Kunst und Biologie. Mit dieser Installation, die eine Energiequelle, eine Biobatterie, beinhaltet, erörtert die Künstlerin auch das Phänomen von Symbiose, indem sie Wasserpflanzen mit Cyanobakterien kombiniert. Die Installation Codex Virtualis des mexikanischen Kunstkollektivs Interspecifics ist eine ästhetische Reise durch ein Ökosystem aus neuronalen Netzen und Algorithmen. Das Werk ist ein künstlerisch-wissenschaftlicher Forschungsrahmen für die Bildsynthese und Evolution einer offenen taxonomischen Sammlung spekulativer Lebensformen. Die taiwanesische Künstlerin und Designerin Pei-Ying Lin interessiert sich für Viren, insbesondere für solche, die für das menschliche Überleben nützlich oder entscheidend sind. Ihr Projekt Virophilia ist sowohl als Künstlerinbuch als auch als Installation entstanden und existiert auch als „Kochbuch für das 22. Jahrhundert“ mit Lebensmitteln, deren Genom durch Viren verändert wurde.

Die Science-Fiction-Musikinstallation Holobiont: Relics from the Revolution der Künstlerin Cammack Lindsey ist ein imaginärer Schauplatz in einer Fabrik, in der Giftstoffe aus Cyanobakterien extrahiert werden, um sie in profitable Produkte umzuwandeln. Die gleichnamige Performance thematisiert die Symbiose zwischen einer intersektionalen Arbeiterklasse und toxischen Cyanobakterien. In ihrer Installation Khipu stellt die chilenische Künstlerin Constanza Piña Pardo ein Khipu der Inka nach, eine prähispanische Knüpfmethode zur Aufzeichnung von Informationen, die aus Baumwoll- oder Kamelidenfasersträngen besteht, die Daten speichern. Kupferdrähte, die mit 180 Wollfäden verbunden sind, bilden einen elektronischen Schaltkreis, der die elektromagnetischen Veränderungen am Installationsort verstärkt und zum Klingen bringt. TERRESTRIAL-CELESTIAL ist eine neue Arbeit des südkoreanischen Künstlerinnenkollektivs Rice Brewing Sisters Club (RBSC), die während gegenwärtigen Residenz in Berlin 2022 entstand. Auf der Grundlage ihrer künstlerischen Forschung über soziale Gärung arbeiten sie zu lokalen urbanen Gärtnern und erforschen zu menschlichen-nichtmenschlichen Verbindungen, dekolonialen Geschichten und lokalen Glaubenssystemen durch die interkulturelle Resonanz kollektiver Gespräche und Aktionen.

Cammack Lindsey: Holobiont Relics from the Revolution, 2020, Musikinstallation und Performance

Cammack Lindsey: Holobiont Relics from the Revolution, 2020, Musikinstallation und Performance

Irene Agrivina: Entangled Beauty – A Perfect Marriage, 2019, Mixed media Installation

Irene Agrivina: Entangled Beauty – A Perfect Marriage, 2019, Mixed media Installation

Rice Brewing Sisters Club: Social Fermentation, 2018, Workshop in Penang, Malaysia

Constanza Piña Pardo: Khipu, 2018, Soundinstallation

ORTE

Art Laboratory Berlin
Prinzenallee 34, 13359 Berlin
OKK
Prinzenallee 29, 13359

Datum und Öffnungszeiten

Eröffnung: Freitag, 20. Mai 2022, 20 Uhr

Laufzeit: 21. Mai – 10. Juli 2022
Do – So, 14 – 18 Uhr

KONFERENZ
HACKERS, MAKERS, THINKERS

27. / 28. May 2022
Hybrid: UdK Berlin & ALB / mit Livestream online
In Kooperation mit
Prof. Michelle Christensen, Prof. Florian Conradi
(UdK Berlin/ Weizenbaum Institute, TU Berlin / Einstein Center Digital Future)
! Registrierung startet am 16. Mai !

WORKSHOPS
Interspecifics | Almost Nonhuman Berlin
7. – 8. Mai 2022

Constanza Piña Pardo | Khipu Dialogues
25. Mai 2022

Irene Agrivina | Soya C(o)u(l)ture/ Ecoprints on Bioleather
28. Mai 2022

Rice Brewing Sisters Club | Terrestrial-Celestial
4. Juni 2022

PERFORMANCES
Pei-Ying Lin, Soydivision | Virophilia
11. Juni 2022

Cammack Lindsey | Holobiont: Relics from the Revolution
9. Juli 2022


KuratoriSCHES TEAM

Regine Rapp, Tuçe Erel, Christian de Lutz, Tengal Drilon

KuratoriSCHE AssistENZ

Neda Rimaitė, Giulia Garnieri, Claudia Rao Hackett

Fotodokumentation

Tim Deussen

Kooperationspartner:INNEN

UdK Berlin | Weizenbaum Institut
TU Berlin | Einstein Center Digital Future
OKK | Organ Kritischer Kunst
Soydivision

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