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Mind the Fungi

Art + Science Forschungsprojekt

Art Laboratory Berlin freut sich, das Art & Science-Projekt Mind the Fungi in Kooperation mit dem Institut für Biotechnologie der TU Berlin vorzustellen, das sich der Erforschung lokaler Pilze und der aktuellen Pilzbiotechnologie widmet.

Pilze werden in der Biotechnologie als Zellfabriken genutzt, um Antibiotika, Immunsuppressiva, Cholesterinsenker, Antimalariamittel, Insulin, Präbiotika, Pigmente, organische Säuren, Enzyme, mehrfachungesättigte Fettsäuren, Vitamine und vieles mehr zu produzieren. Die Pilzbiotechnologie des 20. Jahrhunderts hat sich zu einer essentiellen Plattformtechnologie für unzählige Industriezweige entwickelt und prägt damit entscheidend, aber auf unsichtbare Weise unser tägliches Leben und unseren Lebensstil.

Derzeit vollzieht sich in der Pilzbiotechnologie ein disruptiver Innovationsprozess, den das Projekt mit einer nachhaltigen Form des Citizen Scientists (Bürgerwissenschaften) mitgestalten will. Es geht darum, Pilze, die auf der Basis nachwachsender pflanzlicher Rohstoffe im biotechnologischen Prozess hergestellt werden, mit weitreichenden Konsequenzen als Verpackungsmaterialen, Baustoffe und sogar als Leder
umzufunktionieren.

Für das Projekt Mind the Fungi nutzen wir das interdisziplinäre Konzept From STEM to STEAM (Science, Technology, Engineering, Mathematics, Art), um naturwissenschaftliche Forschung mit künstlerischer und designbasierter Forschung zu erweitern. Das Institut für Biotechnologie arbeitet gemeinsam mit Berliner Bürgern sowie Künstlern und Designern an der Entwicklung neuer Ideen und Technologien für pilz- und flechtenbasierte Materialien der Zukunft. Das Artists in Residence Programm bringt Künstler und Designer als konstruktive Ideengeber und kritische Kommunikatoren wissenschaftlicher Fragestellungen in das vorliegende Projekt ein und unterstützt den Ansatz, Forschungsprozesse und Erkenntnisse mit der Öffentlichkeit gemeinsam zu erleben.

Das Ziel des Projekts ist auch, die Expertise in der Angewandten und Molekularen Mikrobiologie (AMM) im Bereich der Pilzbiotechnologie (Prof. Meyer), der Bioverfahrenstechnik (BVT) (Prof. Neubauer) und der Kunst und Wissenschaftskommunikation (Art Laboratory Berlin) ein neues, innovatives und interdisziplinäres Forschungsfeld an der TU Berlin zu etablieren, welches bereits zu Beginn einen Brückenschlag in die wachsende Citizen Science Community wagt, um deren Expertise frühzeitig einzubinden.

MIND THE FUNGI Video, 5 Min., 2019, produziert für das FUTURIUM, Berlin, Produktion: Tim Deussen, www.tim-deussen.de, Konzept: Regine Rapp & Christian de Lutz, ALB

Orte

Angewandte und Molekulare Mikrobiologie, TU Berlin;
Bioverfahrenstechnik, TU Berlin
Art Laboratory Berlin
Forests in Berlin and Brandenburg
TOP Lab
Futurium

Projektlaufzeit

Oktober 2018 – Oktober 2020

Team

Prof. Vera Meyer, Bertram Schmidt, Carsten Pohl (Angewandte und Molekulare Mikrobiologie)

Prof. Peter Neubauer, Stefan Junne, Zakieh Zakeri, Martin Drostert (Bioverfahrenstechnik)

Regine Rapp & Christian de Lutz (ALB)

Theresa Schubert (Künstlerin, Berlin)
Fara Peluso (Künstlerin, Designerin, Berlin)

Alessandro Volpato, Flavia Barragan, Tuçe Erel (TOP Lab, Berlin)

Foto- und VIDEOdoKumentation

Tim Deussen
Art Laboratory Berlin

Kooperationspartner:innen

TOP Lab
weißensee kunsthochschule berlin
Futurium

Unterstützt von

Aktivitäten

publication | Anthologie
  1. Buchpublikation | TU Berlin Hochschulverlag
2018 – 2020

Das Projekt Mind the Fungi ist ein Citizen Science STEAM-Forschungsprojekt, das aus der Kooperation der Fachgebiete Angewandte und Molekulare Mikrobiologie und Bioverfahrenstechnik der TU Berlin und der Kunst- und Forschungsplattform Art Laboratory Berlin entstanden ist. Die wissenschaftlichen und künstlerischen Wege im Projekt Mind the Fungi, die wir gemeinsam mit der Öffentlichkeit von 2018 bis 2020 einschließlich der Art & Design Residencies gegangen sind, können nun in diesem Buch in Text und Bild nachgezeichnet werden. Es sollte den Bürger:innen eine Möglichkeit zur wissenschaftlichen Zusammenarbeit in der Pilzbiotechnologie bieten.

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Residence-Programm

Theresa Schubert

Artist-in-residence

Die in Berlin lebende Künstlerin Theresa Schubert erforscht unkonventionelle Sichtweisen auf Natur, Technik und das Selbst. Sie studierte Medienkunst an der Bauhaus-Universität in Weimar. Schubert kombiniert audiovisuelle und hybride Medien mit konzeptuellen und immersiven Installationen oder ortsspezifischen Interventionen, zu denen auch lebende Organismen gehören können. Thematisch befragen ihre Arbeiten die Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt und die Entwicklung von Materie und Bedeutung jenseits des Anthropos.

Fara Peluso

Designer-in-residence

Fara Peluso ist eine in Berlin ansässige Künstlerin, die an der Schnittstelle von Design, Kunst und Wissenschaft arbeitet. Durch eine spekulative Designpraxis wirft sie kritische Fragen auf, wie die Beziehungen zwischen Menschen und lebenden Organismen in einer nahen möglichen Zukunft aussehen. Nach der erfolgreichen Beseitigung des Konzepts, dass der Mensch der wichtigste lebende Organismus auf der Erde ist, möchte sie dazu beitragen, die Hierarchien zwischen uns und der Natur aufzulösen, um bewusster und partizipativer mit den ökologischen Systemen zu agieren.

exhibition

Mind the Fungi

  1. Art & Design Residencies
  2. Theresa Schubert | Fara Peluso
3. Juli – 28. Dezember 2020

Das Artists-in-Residence-Programm bei Mind the Fungi mit Theresa Schubert und Fara Peluso bringt Kunst und Design mit konstruktiven Ideen in das multidisziplinäre Forschungsprojekt ein. Schubert hat sich mit den Auswirkungen von Schall auf das Pilzwachstum beschäftigt. Peluso hat nach neuen Biomaterialien unter Berücksichtigung der Symbiose von Algen und Pilzen geforscht. Die daraus resultierenden künstlerischen und designbasierten Arbeiten sind das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit mit beiden Fachgebieten des Instituts für Biotechnologie der TU Berlin – der Angewandten Molekularen Mikrobiologie von Prof. Vera Meyer und der Bioverfahrenstechnik von Prof. Peter Neubauer.

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event Walk & Talk

Mind the Fungi

  1. Walk & Talks
  2. Theresa Schubert und TU Berlin
Herbst 2018 und 2019

Die Walk & Talks waren öffentliche Veranstaltungen und integraler Bestandteil von Mind the Fungi, um mit Bürgerwissenschaftler:innen das Potenzial von nachhaltigen Biomaterialien aus Pilzen zu erforschen. Die Künstlerin Theresa Schubert leitete die Veranstaltungen und bot verschiedene Perspektiven auf die Wälder und ihre kulturelle Bedeutung, einschließlich Performances. Gemeinsam mit Wissenschaftlern des Instituts für Biotechnologie der TU Berlin führte sie die Gruppen durch den Tegeler Forst und die Wälder des Briesetals in Brandenburg auf der Suche nach Baumpilzen und Flechten. In einem zweiten Teil zeigten Bertram Schmidt und Carsten Pohl im Labor des Fachgebiets für Angewandte und Molekulare Mikrobiologie der TU Berlin, wie man die Proben für weitere Untersuchungen konserviert. Die Teilnehmer:innen beimpften Petrischalen mit Proben zur Kultivierung. Die Proben sind wesentlicher Bestandteil der Stammsammlung des Forschungsprojekts Mind the Fungi, das biologische Spitzenforschung, Citizen Science und künstlerische Forschung verbindet.

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event Talk, Workshop

Mind the Fungi

  1. Material Driven Design | Workshop
  2. Fara Peluso
6. Mai 2020

Heute ist die Materialforschung ein zentraler Punkt in der Theorie und Praxis der Gestaltung neuer Technologien in Zusammenarbeit mit Kunst und Design. Diese Bereiche arbeiten derzeit eng zusammen und verbinden ihr Wissen und ihre Praxis, um eine neue Generation von Materialien zu entwickeln. Es geht nicht zuletzt dabei auch um spezifische Eigenschaften, um neue umweltfreundliche Materialien zu schaffen. In den letzten Jahren ist allerdings auch noch ein anderer Ansatz entstanden, bei dem die Herstellung, das Handwerk und die individuelle Herstellung neuer Materialien durch eine Form der Do It Yourself (DIY)-Biologie mit Handwerk kombiniert werden. In diesem Mind the Fungi-Workshop wird diese neue materialbasierte Designbewegung und -methodik besprochen und es wird gelernt, wie man ein neues Material durch das Studium und die Verwendung eines lebenden Organismus wie eines Myzels baut.

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event Kurs

Mind the Fungi

  1. Pilzkultivierungs-Kurse | TOP Lab
Frühjahr 2019 und Herbst 2019

TOP Lab freut sich, die Mitarbeit bei Mind The Fungi, einem Forschungsprojekt der TU Berlin, Institut für Biotechnologie und Art Laboratory Berlin (2018-2020), bekannt zu geben. Im Rahmen der Zusammenarbeit wird das TopLab an 4 Samstagen vom 27. April bis zum 18. Mai 2019 einen Pilz-Heimkultivierungskurs anbieten.

Indem Sie den Kurs belegen, lernen Sie, wie man Pilze für verschiedene Zwecke isoliert und züchtet. Sie werden lernen, eigene Objekte auf der Basis von Myzel zu kreieren und zu formen, wie z.B. Verpackungsmaterialien, Möbel, Baumaterialien und sogar Leder. Außerdem lernen Sie, wie man eine Kultur anlegt, um Speisepilze zu züchten.

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event Talk

Mind the Fungi

  1. Open Lab Night | Bioprocess Engineering
21. Januar 2020

Das Art & Science-Projekt Mind the Fungi ist eine Kooperation zwischen dem Institut für Biotechnologie der TU Berlin und Art Laboratory Berlin und widmet sich der Erforschung lokaler Pilzarten und Flechten. In Kurzpräsentationen geben Wissenschaftler*innen der Bioverfahrenstechnik einen Einblick in die Welt der Flechten und ihr Potential für neue Naturprodukte.

Sie stellen Produktionswerkzeuge, insbesondere Bioreaktoren vor, die zur Vervielfältigung der Flechtenkulturen und ihrer Wertstoffe genutzt werden. Es gibt auch die Möglichkeit, Hands-on-Erfahrungen mit dem Material zu machen – auch unter dem Mikroskop

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Publikationen

Brochure No. 1

Die Mind the Fungi-Broschüre Nr. 1 stellt die Projektmitarbeiter:innen vor: Das Fachgebiet Angewandte und Molekulare Mikrobiologie der TU Berlin unter der Leitung von Prof. Vera Meyer konzentriert sich auf heimische Baumpilze, um sie zu nachhaltigen Biomaterialien, zum Beispiel für die Baustoffindustrie, zu verarbeiten. Das Fachgebiet Bioverfahrenstechnik der TU Berlin unter der Leitung von Prof. Peter Neubauer trägt dazu bei, indem es mikrobielle Kulturen in geschlossenen Systemen, sogenannten Bioreaktoren, unter kontrollierten Bedingungen vermehrt und Wertstoffe isoliert – seien es Probiotika, Omega-3-Fettsäuren, Biopolymere oder Pharmazeutika. Die Kunst- und Forschungsplattform Art Laboratory Berlin, geleitet von und Regine Rapp und Christian de Lutz, organisiert im Projekt Mind the Fungi zahlreiche Citizen Science-Formate, kuratiert Projektausstellungen und bringt Künstlerin, Designerin und Wissenschaftler:innen zusammen.

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Brochure No. 2

Die Mind the Fungi-Broschüre Nr. 2 stellt die Künstlerin und Designerin des Projekts in den Mittelpunkt: Die Künstlerin Theresa Schubert war begeistert davon, wie sich Klang auf das Wachstum und den Stoffwechsel von Myzelien auswirkt. Daraus entwickelte sie die interaktive Videoinstallation Sound for Fungi. Homage to Indeterminacy, die virtuelle Pilzhyphen über einen Hand-Tracking-Sensor anregt und die Besucher:innen in die Rolle eines Klangs schlüpfen lässt, der das Wachstum und die Bewegung der Hyphen moduliert. Die Künstlerin und Designerin Fara Peluso entwickelte die hybride Installation und lebende Skulptur Niche, die die Koexistenz von Pilz- und Algenmikroorganismen erforscht. Inspiriert von der symbiotischen Beziehung zwischen diesen Organismen in Flechten, verbindet Peluso Natur, Biotechnologie und Kunst. Ihre Skulptur Zweisamkeit kombiniert eine Eichenholz-Topografie und mehrere Schichten von Biomaterial, die eine Form in Metamorphose darstellen.

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exhibition

Mind the Fungi

  1. Lokale Baumpilze als nachhaltiger Rohstoff für die Zukunft
5. September 2019 – 30. April 2020

Mind the Fungi ist ein kollaboratives Forschungsprojekt zwischen dem Institut für Biotechnologie der TU Berlin und Art Laboratory Berlin. Es kombiniert wissenschaftliche Forschung, Citizen Science und Künstler- und Design-Residencies. Das Projekt erforscht innovative Methoden und Gebrauchsweisen von Biomaterial, das aus Baumpilzen gemacht wird. Wissenschaftler der TU Berlin erforschen neue Materialien aus Baumpilzen. Art Laboratory Berlin verbindet in diesem Themenfeld Künstler, Designer und Wissenschaftler mit einem breiten Publikum. Die Ausstellung zeigt, wie wir in unserem Projekt verschiedene Baumpilze aus Berlin und Brandenburg auf unterschiedlichen pflanzlichen Rohstoffen wachsen lassen (z.B. auf Holzspänen) und Biomaterialien in verschiedenen Formen, Strukturen und Qualitäten hergestellt haben.

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