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Under the Viral Shadow

Networks in the Age of Technoscience and Infection

Anna Dumitriu | Alex May | Benjamin Bacon | Gene Kogan | Sarah Grant | Vivian Xu

Anna Dumitriu/ Alex May: ArcheaBot. A Post Climate Change, Post Singularity Life-form, 2018/19, 3D-gedruckter Roboter, Silikonschlauch, Draht, elektrische Komponenten einschließlich Motoren, wasserfeste Materialien, Mini-Computer, Ausstellungsansicht, Art Laboratory Berlin, 2021, Foto: Tuçe Erel

Anna Dumitriu: Engineered Antibody, 2016, Foto der Künstlerin

Das Wort Virus hat mehrere Bedeutungen. In den Lebens- und Gesundheitswissenschaften ist es eine Einheit an der Grenze des Lebens, die Zellen „infizieren“ muss, um sich zu reproduzieren. Viren sind eine Hauptursache für Krankheiten beim Menschen, können aber auch heilen (durch Phagentherapie). Darüber hinaus haben Viren eine wichtige Rolle in der menschlichen Evolution gespielt. Seit den 1980er Jahren werden Computerprogramme, die andere Programme und Computer „infizieren“ und häufig replizieren sollen, auch als Viren bezeichnet, ursprünglich eine biomorphe Metapher. Computerviren sind Teil der Geschichte der Kybernetik und ihrer Verwendung biologischer Modelle in der Entwicklung von Software-Technologie. Und schließlich in sozialem Kontext – und unsere Gesellschaft hängt mehr denn je von sozialen Medien ab – verwenden wir „going viral“, wenn sich eine Idee (ein Mem) oder ein Produkt exponentiell verbreitet.

Unsere digitalen Technologien wurden nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt, teilweise durch interdisziplinäre Kooperationen wie die Macy-Konferenzen (1946-53), bei denen die Kybernetik speziell biologische Modelle für die Entwicklung von Computern und Vorschläge für „künstliche Intelligenz“ auswählte. In jüngerer Zeit haben Künstler:innen, die mit „Hacker-Ethos und -Fähigkeiten“ arbeiten, neue Entwicklungen in den Bereichen Informatik, Biotechnologie und Biowissenschaften kritisch untersucht und hervorgebracht. Dabei wollen sie ethisches und ästhetisches Territorium für Diskussionen schaffen, die für unsere Welt im 21. Jahrhundert wichtig sind.

Vivian Xu: Sonic Skin, 2018

Vivian Xu: Electric Skin, 2016

Benjamin Bacon: PROBE series II, Machine 02, 2021

Benjamin Bacon: PROBE series II, Machine 01 Blueprint, 2021

Gene Kogan: Abraham, Konzeptskizze

Gene Kogan: Abraham, Standbild, entstanden durch das Programm maschinellen Lernens

Sarah Grant: Modeling Utopia with Slime Mould , 2019

Sarah Grant: Modeling Utopia with Slime Mould , 2019

Anna Dumitriu: Engineered Antibody, 2016



Art Laboratory Berlin wird im Zuge der COVID-19-Pandämie verschiedene Netzwerke untersuchen – biologische, kybernetische und soziale. Wir haben eine Gruppenausstellung, ein Symposium, und Workshops mit Künstler:innen konzipiert, deren Forschung und Medien entweder in den Lebens- oder Informatikwissenschaften liegen. Wir sind besonders an künstlerischen Projekten interessiert, die biologische Netzwerke, digitale Netzwerke sowie soziale Netzwerke unter dem Druck neuer Technologien kritisch erforschen.

Der Kern des Projekts stellt die Gruppenausstellung Under the Viral Shadow dar, in der sechs international bekannte Künstler:innen präsentiert werden. Die Arbeit Archaeabot: A Post Climate Change, Post Singularity Life-form von Alex May und Anna Dumitriu ist eine Unterwasserroboter-Installation, die sich mit „Leben“ in einer Zukunft nach dem Klimawandel befasst und auf jüngsten Forschungen zu Archaeen basiert, die als die ältesten Lebensformen der Erde gelten. Anna Dumitrius Arbeit Engineered Antibody ist eine maßgeschneiderte Perlenkette, die auf einem Antikörper basiert, der so entwickelt wurde, dass er eine Kombination von 21 Aminosäuren enthält, die in der Natur nicht vorkommen kann – ursprünglich wurde er aus dem Blut eines HIV-Patienten gewonnen. Sie enthält auch die tatsächlichen 21 Aminosäuren, die in dem Antikörper enthalten sind. PROBE II: Subaudition von Benjamin Bacon ist ein binärer Satz außerirdischer Maschinen, die mit Hilfe von Methoden des maschinellen Lernens die Erkennung von Sprache in Text untersuchen, indem sie gesprochene Sprache dekodieren und in kinetische Energie, Licht, Farbe, Muster und Reflexion umwandeln.

Gene Kogans Projekt Abraham ist ein „autonomer künstlicher Künstler“, der auf einer dezentralen KI basiert. In Interaktion mit dem Publikum reflektiert das Werk kritisch über vielversprechende Techniken aus dem maschinellen Lernen, der Kryptoökonomie und der Computerkunst. Die Arbeit Physarum Topologies von Sarah Grant nutzt den lebenden Schleimpilz Physarum polycephalum, um die bio-berechnete Weiterleitung von Informationen durch verschiedene Topologien von Computernetzwerken zu demonstrieren. Und schließlich erforschen die Wearables wie Electric Skin und Sonic Skin von Vivian Xu das Konzept der Ko-Evolution von Mensch und Maschine und bieten eine mögliche zukünftige menschliche Wahrnehmung, die unsere Beziehung zur Umwelt neu erfinden könnte.





Presse Feedback


Inter-Connectivity: ‚Under the Viral Shadow‘ at Art Laboratory Berlin, in Berlin Art Link by Alison Sperling (31. August 2021)

Aufkla(e)ren: Kunst und Wissenschaft, in art-in-berlin von Maximilian Wahlich (4. September 2021)

Ort

Art Laboratory Berlin
Prinzenallee 34, 13359 Berlin

Datum und Öffnungszeiten

Eröffnung: 27. August 2021, 16 – 21 Uhr
Anmeldung erforderlich für die Vernissage: https://pretix.eu/artlaboratoryberlin/Under-the-Viral-Shadow/
Bitte lesen Sie unsere aktuellen Hygienmaßnahmen unten!*

Laufzeit: 28. August – 10. Oktober 2021
Do – So, 14 – 18 Uhr oder nach Vereinbarung
(am 10. und 24. September durchgehend bis 21 Uhr geöffnet)

WORKSHOPS
Gene Kogan | AI for Artists
28. August 2021

Sarah Grant | Plant-to-Plant Protocols
24. – 26. September

Danja Vasiliev & Sarah Grant | NETworkshop
1. – 3. Oktober 2021

KONFERENZ
9. Oktober 2021, online mit Livestream
Keynote: Roberta Buiani (University of Toronto)


Kuratiert von

Regine Rapp & Christian de Lutz

Team

Regine Rapp, Christian de Lutz, Tuçe Erel,
Jana Piotrowski, Madeleine Hammer,
Karolina Zyniewicz

Fotodokumentation

Tim Deussen

kooperationspartner:innen

Duke Kunshan Universität

Medienpartnerinnen

Unterstützt von






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Bitte beachten Sie, dass derzeit die Kapazität innerhalb unserer Ausstellungsfläche begrenzt ist. Die Besucher:innen müssen eine FFP-2-Maske tragen und einen Abstand von 1,5 Metern zu Personen außerhalb ihres unmittelbaren Haushalts einhalten. Für die Vernissage am 27.8. ist eine Anmeldung zu einer bestimmten Uhrzeit erforderlich, und es gilt die 3G Regel (geimpft, getestestet, genesen).

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