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Signs of the Times

Artistic Research

Karolina Żyniewicz

Karolina Żyniewicz: Signs of the Times

Karolina Żyniewicz: Signs of the Times, interviews at Coaleace Bio Art , photo: Sanja Bistričić Srića

Karolina Żyniewicz: Signs of the Times, performative installation, exhibition view, Kontejner, photo: Sanja Bistričić Srića

Karolina Żyniewicz: Signs of the Times, 2021, photo: Adam Bogdan

Karolina Żyniewicz: Signs of the Times, 2024, Kontejner, photo: Sanja Bistričić Srića

Karolina Żyniewicz: Signs of the Times, 2024, Kontejner, photo: Sanja Bistričić Srića

Karolina Żyniewicz: Signs of the Times

Karolina

Karolina Żyniewicz: Signs of the Times, 2021, photo: Adam Bogdan

Karolina Żyniewicz: Signs of the Times, 2021, photo: Adam Bogdan

Karolina Żyniewicz: Signs of the Times, 2024, Kontejner, photo: Sanja Bistričić Srića

Im Rahmen der Recherchen für ihr Projekt Signs of the Times sammelte die Künstlerin und Forscherin Karolina Żyniewicz materielle Spuren und Erinnerungen an die COVID-19-Pandemie. Im Frühjahr 2021 begann sie, Masken von öffentlichen Orten Berlins, wo sie lebte, zu sammeln. Im nächsten Schritt des Prozesses begann sie, Menschen zu treffen und sich ihre Erinnerungen an die COVID-Pandemie anzuhören. Zwischen 2022 und 2024 organisierte sie 12 performative Veranstaltungen, um Masken und Erinnerungen zu sammeln, unter anderem während ihres Winteraufenthalts bei Art Laboratory Berlin vom 10. Januar bis zum 15. Februar 2022 (https://artlaboratory-berlin.org/de/veranstaltungen/signs-of-the-times/).

Jede Person, die sie interviewte, erhielt eine neue medizinische Maske und wurde gebeten, eine Frage zu beantworten: Was wird Ihnen Ihrer Meinung nach in zehn bis zwanzig Jahren am meisten aus der Zeit der COVID-19-Pandemie in Erinnerung bleiben? Nachdem sie zahlreiche Interviews gesammelt hatte, transkribierte und übersetzte sie diese von Hand in mehrere Notizbücher. Außerdem übergab sie die Masken an mehrere Labore (das Institut für Genetik und Biotechnologie in Warschau, das Coalesce: Center for Biological Art in Buffalo und das UR-Institut in Zagreb) zur genetischen Analyse der darin enthaltenen Mikroorganismen. „Das Ziel war es, Mikroorganismen aus den Maskenproben zu kultivieren, sie zu identifizieren und ihre Genomtranskripte zu bestimmen“, erklärt die Künstlerin, die ihrerseits selbst im Labor im Kontext dieser Analysen arbeitete. „In jedem Labor wurden unterschiedliche Methoden angewendet, darunter die Gram-Färbung von Bakterien, Phänotyp-Analysen und Hochdurchsatz-Sequenzierung. Protokolle und fotografische Dokumentation sind ein integraler Bestandteil des kreativen Schaffensprozesses.“

Die performative Installation Sign of the Times in dieser Ausstellung wurde von der Künstlerin im Rahmen einer EMAP-Residenz bei Kontejner in Zagreb, Kroatien, im Jahr 2024 entwickelt. Ihr Ziel ist es, menschliche und nichtmenschliche Materie mithilfe neuer Technologien zusammenzubringen, wobei jedoch die Anwesenheit und das Handeln eines Menschen (der Künstlerin) erforderlich sind; hier ist Technologie eine Erweiterung des Menschen (und des Nichtmenschlichen), aber der Mensch ist auch eine Erweiterung der Technologie – eine treffende Analogie unserer Zeit. Während der Ausstellung überträgt die Künstlerin Einträge aus ihren Notizbüchern mit einem Stylus auf ein Tablet; die handschriftlichen Ergebnisse erscheinen auf einem Monitor an der Wand. Auf einem anderen Monitor erscheint das genetische Transkript des mikrobiellen Materials aus einer der Masken Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile.

„Das Werk widmet sich dem Erinnern und Vergessen, dem Erscheinen und Verschwinden“, bemerkt Karolina Żyniewicz über Sign of the Times, „es geht um Widerstand gegen den Lauf der Zeit und die Auseinandersetzung mit den Unvollkommenheiten des menschlichen Gedächtnisses.“

Während der Öffnungszeiten der Ausstellung (Do – So, 14 – 18 Uhr) bei Art Laboratory Berlin wird Żyniewicz ihre Transkription von Donnerstag bis Samstag aufführen; sonntags wird sie vor Ort sein, um mit den Besucher:innen zu sprechen und auf Wunsch weitere Interviews zu führen, die möglicherweise zu künftigen Weiterentwicklungen dieses Forschungsprojekts beitragen können.

Karolina Żyniewicz: Signs of the Times

Karolina Żyniewicz: Signs of the Times

Karolina Żyniewicz: Signs of the Times

Karolina Żyniewicz: Signs of the Times, 2021, photo: Adam Bogdan

Karolina Żyniewicz: Signs of the Times, photo: Filip Grgurević

Karolina Żyniewicz: Signs of the Times, photo: Filip Grgurević




Karolina Żyniewicz (PL/DE) ist eine in Berlin lebende Künstlerin, Forscherin und Pädagogin, ein Wesen im Übergang, das zwischen verschiedenen Kontexten und Disziplinen existiert und agiert. Sie ist Absolventin der Fakultät für Bildende Künste der Strzemiński-Akademie der Bildenden Künste in Łódź und promovierte in Kulturwissenschaften (im transdisziplinären Programm „Natur-Kultur“ an der Fakultät für Artes Liberales der Universität Warschau). Während sie Kunst- und Forschungsprojekte durchführt, die hauptsächlich auf Biotechnologie und Medizin basieren, führt sie auch ethnografische und autoethnografische Beobachtungen durch. In ihrer Arbeit betont sie die epistemischen und didaktischen Dimensionen der Kunst. Von 2016 bis 2018 arbeitete sie mit den Bildungsabteilungen des Museums für Moderne Kunst in Warschau und der Nationalgalerie Zachęta zusammen und leitete Workshops und Museumsführungen für das allgemeine Publikum sowie barrierefreie Veranstaltungen für sehbehinderte und gehörlose Besucher:innen. Diese pädagogischen Erfahrungen nutzt sie in ihrer eigenen liminalen Praxis. Die Themen ihrer Arbeit beziehen sich oft auf Leben und Tod im weitesten Sinne sowie deren soziale und biologische Dimensionen. Aus diesem Grund ist sie Mitglied des Instituts für den guten Tod in Warschau. Ihre Arbeit ist stark prozessorientiert, weshalb sie häufig an Residenzen teilnimmt, wie der European Media Art Platform (EMAP) bei Kontejner in Zagreb oder Coalesce in Buffalo, NY, sowie an Gruppenprojekten wie der Stretching Senses School des Humboldt-Exzellenzclusters „Matters of Activity“. Sie stellte international aus, beispielsweise im Kunstquartier Bethanien in Berlin, bei Kontejner in Zagreb oder im Zentrum für zeitgenössische Kunst Łaźnia in Danzig, Polen. Darüber hinaus ist sie als Gutachterin für die Fachzeitschrift Technoetic Arts tätig. Im Jahr 2026 veröffentlichte sie ihr erstes Buch mit dem Titel „The Body as Matter of Art and Science. Autoethnography of transmattering“.

ORT

Art Laboratory Berlin
Prinzenallee 34, 13359 Berlin

DatUM Und ÖFFNUNGSZEITEN

Vernissage: Fr, 24. April 2026, 20 Uhr
Laufzeit: 25. April – 7. Juni 2026
Do – So, 14 – 18 Uhr
Geschlossen am 14. Mai und 24. Mai 2026

KURATIERT VON

Regine Rapp & Christian de Lutz

ProduKTION

Die performative Installation „Signs of the Times“ wurde 2024 von Kontejner Zagreb produziert, kuratiert von Olga Majcen Linn, unter Mitwirkung von Ana Bedenko, Jakov Habjan, Nina Maštruko und Mihael Giba.

ALB Team

Regine Rapp, Christian de Lutz, Alice Cannavá,
Elisa Mengoli, Amandine Hong-Minh, Giulia Marsigli

KooperationSpartner:INNEN

Kontejner, Zagreb and EMAP/ EMARE

MediENpartnerIN

CLOT Magazine London

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