IN-PROGRESS… | COLLOQUIUM
Research in Art, Science and Humanities
Mit Robertina Šebjanič und Marco Barotti
Art Laboratory Berlin freut sich, Sie und Euch zum Colloquium einzuladen (am 8. April findet es online statt). Es ist ein diskursives Format, von Regine Rapp kuratiert, zur Forschung in Kunst, Geistes- und Naturwissenschaften.
Das Colloquium richtet sich an ein internationales, interdisziplinäres Forschungspublikum, um vergangene, aktuelle oder zukünftige Projekte von Künstler:innen und Wissenschaftler:innen, Kurator:innen oder Redakteur:innen aus den Bereichen Kunst, Geistes- und Naturwissenschaften vorzustellen und zu diskutieren. Die Themen können sich auf ein Kunstprojekt, ein Buch, einen Text oder ein Kapitel, ein Forschungs- oder Ausstellungsprojekt, ein Laborexperiment, eine Vortragsreihe, ein Konferenzkonzept oder anderes beziehen.
Die Präsentationen und der Austausch werden sich auf den work-in-progress der Arbeiten konzentrieren. Methodische Ansätze – theoretisch oder praktisch – sind hier ebenfalls von großem Interesse. Während unserer Forschung wechseln wir häufig zwischen praktischer Untersuchung und theoretischer Forschung und greifen oft auch auf verschiedene Disziplinen zurück. In Anlehnung an die ursprüngliche Bedeutung von Colloquium als „gemeinsames Sprechen“ wollen wir eine Plattform für den Austausch darüber bieten und verschiedene Arten von Arbeitsprozessen einbeziehen, die oft nicht gesehen oder nicht besprochen werden.
Das Colloquium lädt zu informellen Gesprächen zwischen den Teilnehmenden ein und wird nicht aufgezeichnet oder archiviert.
Vortragende der Session am 8. April 2025
Robertina Šebjanič | Fossilized Futures: Insects‘ Symphonies Across Time
Robertina Šebjanič ist eine Künstlerin, die sich in ihren Werken mit den biologischen, geopolitischen und kulturellen Realitäten aquatischer Lebensräume und dem Einfluss des Menschen auf andere Organismen auseinandersetzt. In ihrer Untersuchung des Anthropozäns und seines theoretischen Rahmens verwendet sie den Begriff Aquatozän, um den menschlichen Einfluss auf aquatische Lebensräume zu bezeichnen. Ihre Werke wurden beim Prix Ars Electronica, beim Starts Prize, bei Falling Walls und bei Re:humanism mit Preisen, Honorary Mentions und zahlreichen Nominierungen ausgezeichnet. Sie hielt Vorträge und präsentierte ihre Werke auf Veranstaltungen wie der Stanford University (Palo Alto), Ocean Space – TBA21 (Venedig), UCLA- ArtiSci Center (Los Angeles), Arte&Ciencia UNAM – The National Autonomous University of Mexico (Mexiko-Stadt), ISEA2023 (Paris), Mare Conference (Amsterdam). Šebjanič stellte weltweit in Einzel- und Gruppenausstellungen sowie in Galerien und auf Festivals, Biennalen und in Museen aus, wie z. B. im ZKM (Karlsruhe), in der Gallery Cukrarna (Ljubljana), im Kunstgewerbemuseum (Berlin), in der UCLA – EDA (Los Angeles), bei Ars Electronica (Linz), bei Art Laboratory Berlin (Berlin), im Tribeca Immersive – Mercer lab (New York), im Matadero (Madrid), Biennal Ciutat i Ciència at CCCB (Barcelona), KIKK festival (Namur), Contemporary Art Museum of Istria (Pula), Watermans Arts Centre (London), Akbank Sanat (istanbul), Eastern Bloc (Montreal), Laboratorio Arte Alameda (Mexico City), MSU – Museum of Contemporary Art (Zagreb), MONOM (Berlin), Le Cube (Paris), Eyebeam (New York), CCD – Centro de Cultura Digital (Ciudad de Mexico) und re:publica (Berlin).
Marco Barotti | Fossilized Futures: Insects‘ Symphonies Across Time
Marco Barotti ist Medienkünstler. Nach einem Musikstudium an der Siena Jazz Academy begann er, Klang mit bildender Kunst zu verbinden. Seine Arbeit ist von dem Wunsch angetrieben, eine künstlerische Sprache zu erfinden, in der eine fiktive post-futuristische Ära durch kinetische Klanginterventionen in natürlichen und städtischen Umgebungen zum Ausdruck kommt. Seine Installationen verbinden Audiotechnologie, Konsumgüter und Abfall zu beweglichen Skulpturen, die ausschließlich durch Klang ausgelöst werden. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Schaffung eines „technischen Ökosystems“, das mit Ähnlichkeiten zu Tieren und Pflanzen spielt. Diese Kunstwerke dienen als Metapher für die anthropogenen Auswirkungen auf den Planeten und sollen die Menschen für Umwelt- und soziale Fragen sensibilisieren. Barotti wurde mit dem NTU Global Digital Art Prize (Clams), dem Tesla Award (Swans) und dem Dulux Colour Award (Sound Of Light) ausgezeichnet. Seine Werke wurden international ausgestellt, u. a. auf der Gwangju Biennale (Gwangju), Ars Electronica (Linz), in der Saatchi Gallery (London), der Science Gallery (Melbourne), Futurium (Berlin), Fact (Liverpool), Wro Art Center (Wroclaw), Isea (Montreal), silent green (Berlin), Dutch Design Week (Eindhoven), NTU (Singapur), Kikk Festival (Namur), Zer01ne, (Seoul), Lisboa Soa (Lissabon), La Boral (Gijón) und vielen anderen. Barotti hat zahlreiche Stipendien erhalten, zum Beispiel von S+T+ARTS, der Stiftung Kunstfonds, Emap/Emare, dem bbk und dem Music Board Berlin. Er wurde für renommierte Residenzprogramme wie Art of Entanglement, Science Gallery Berlin/BIFOLD an der TU Berlin (2023) oder das Zer01ne Creators-Projekt, Seoul (2022), ausgewählt.
Im Colloquium werden Robertina Šebjanič und Marco Barotti über ihr neues Forschungsprojekt Fossilized Futures: Insects‘ Symphonies Across Time sprechen, ihre erste Zusammenarbeit. Dieses Kunstprojekt, das auf dem KIKK-Festival 2025 (Namur, Belgien) uraufgeführt wird, erforscht die Tiefen der Zeit, die Koexistenz verschiedener Arten und die Verbindungen zwischen Vergangenheit und Zukunft. Das Projekt, das auf dem 365 Millionen Jahre alten Fossil Strudiella devonica und den Flüssen La Meuse und La Sambre basiert, schlägt eine Brücke zwischen Archäologie, Ökologie und spekulativen Zukunftsszenarien. Das Projekt ist von CO_VISION EU im Kontext der KIKK Produktion gefördert, Robertina Šebjanič und Marco Barotti freuen sich über weitere Kooperationen. Beide Künstler:innen haben jahrelang an der Schnittstelle von Ökologie und Klang gearbeitet und dabei eine enge Zusammenarbeit mit Wissenschaftler:innen, Philosoph:innen und anderen Forschenden gepflegt. Sie bringen ihre umfassende Erfahrung und ihren interdisziplinären Ansatz in dieses Projekt ein und schaffen einen Dialog zwischen Kunst, Wissenschaft und spekulativen Zukunftsszenarien.