CHRYSALIS. ARTISTS IN LABS
Pond Codex: Of Life and Death in Berlin’s Small Water Bodies
Workshop mit Margherita Pevere und Germán Joosten
Kreuzpfuhl pond, photo: Germán Joosten
Dieser praxisorientierte Workshop mit der Künstlerin Margherita Pevere und dem Forscher Germán Joosten befasst sich mit der Ökologie städtischer Teiche in Berlin. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projekts CHRYSALIS statt. Artists in Labs, organisiert vom Art Laboratory Berlin in Zusammenarbeit mit der AG Jeschke der FU Berlin, dem POUNDER-Projekt und den Leibniz-Einrichtungen IGB und ALR, mit großzügiger Unterstützung der Lotto Stiftung Berlin. Der Workshop findet rund um den Kreuzpfuhl in Berlin-Weißensee statt.
Margherita Pevere und Germán Joosten laden das Publikum ein, am Lebenszyklus der Berliner Teiche und kleinen Seen teilzuhaben. Als Hotspots der Artenvielfalt und Temperaturregulatoren spielen diese kleinen Gewässer eine Schlüsselrolle in der Stadtökologie. Zu ihren Bewohner:innen gehört Daphnia – allgemein bekannt als Wasserfloh – ein kleines Wirbelloses, das sich von Phytoplankton (mikroskopisch kleinen Algen) ernährt und so Phänomene wie Algenblüten in Schach hält. Sein Lebenszyklus ist faszinierend: Es vermehrt sich meist durch Klonen, doch wenn es schwierig wird, kann es sich an die Umgebung anpassen, auf sexuelle Fortpflanzung umschalten und Eier produzieren, die im Sediment ruhen, bis bessere Bedingungen eintreten. Daphnia kann viel über den Zustand, die Geschichte und mögliche Zukunftsaussichten der kleinen städtischen Gewässer mitteilen. In praktischen Übungen und spekulativen Erzählungen schlüpfen die Workshop-Teilnehmenden in die mehr-als-menschliche Perspektive eines Teiches und erkunden Berlin aus der Sicht seiner kleinen Wasserbewohner:innen.
Die Veranstaltung findet auf Englisch statt, aber wir beantworten gerne alle Fragen auf Deutsch.

Margherita Pevere, bekannt für ihre außergewöhnlichen Arbeiten mit lebender Materie, Ökologie und Biotechnologie, ist eine Künstlerin und Forscherin, die sich mit Tabuthemen wie Tod, Sexualität und Verletzlichkeit auseinandersetzt. Ihre künstlerische Praxis umfasst Objektkunst, Installationen, Performance und das Schreiben, zwischen denen sie dank ihres transdisziplinären Hintergrunds nahtlos wechselt. Ihr Projekt „Lament on wildfire ecologies“ wurde 2024 mit dem COAL-Preis „Transformative territories“ gewürdigt, und sie stand 2023 für ihr Gesamtwerk rund um ihr Konzept „Arts of Vulnerability“ auf der Shortlist der Falling Walls Awards in der Kategorie Kunst und Wissenschaft. Zu den von ihr mitinitiierten Projekten zählen die Ausstellung „Membranes Out of Order“ und das Performance-Duo „Fronte Vacuo“. Sie hat an der Aalto-Universität in künstlerischer Forschung promoviert.
Germán Joosten, geboren und ausgebildet in Argentinien, ist Umweltanthropologe, dessen Arbeit sich mit sozioökologischen Konflikten und den narrativen Zukunftsvisionen der Mensch-Umwelt-Beziehungen durch transdisziplinäre Zusammenarbeit mit verschiedenen Interessengruppen befasst. Derzeit arbeitet er als Gastwissenschaftler am Jeschke Lab | Ecological Novelty der Freien Universität Berlin und ist Forscher im PONDER-Projekt am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB). Er promovierte 2023 in Naturwissenschaften an der Nationalen Universität von La Plata, wo er zuvor ein Diplom in Biologie absolviert und als Lehr- und Forschungsassistent gearbeitet hatte. Seine Doktorarbeit befasste sich mit den Western Qom und dem Pilcomayo-Fluss. Im Jahr 2023 bekam er ein Internationales Parlaments-Stipendium (IPS) des Bundestages und forscht derzeit als Postdoc am ARL durch, wobei sein Schwerpunkt auf der Einbindung von Interessengruppen und der Szenarioentwicklung liegt.






