Art Laboratory Berlin
, 2006 von einem internationalen Team von KunsthistorikerInnen und KünstlerInnen als Kunstverein gegründet, versteht sich als eine Plattform für interdisziplinäre Ausstellungsprojekte im internationalen Kontext. Das Hauptinteresse gilt dabei der Präsentation und Vermittlung zeitgenössischer Kunst an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Technologie.

Nachhaltige Interdisziplinarität - Kunst & Wissenschaft
Art Laboratory Berlin verfolgt eine nachhaltige Form der Interdisziplinarität, die über die reine Gegenüberstellung von Kunst und Wissenschaft hinausgeht. Es geht uns darum, konstruktive Synergien zwischen KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen zu schaffen, die einen Mehrwert und eine Transparenz der Fächer ermöglicht. In unseren Ausstellungs- und Forschungsprojekten konnten wir bereits zahlreiche bleibende Netzwerke schaffen, welche beispielhaft für eine produktive Zusammenarbeit von Kunst und Wissenschaft sind.

Immersive induktive kuratorische Praxis
Es ist weiterhin ein großes Anliegen von Art Laboratory Berlin, in Form einer engen und längerfristigen Zusammenarbeit mit den ausgestellten KünstlerInnen deren kreative Prozesse zu verfolgen und in den Ausstellungen sichtbar zu machen. Zwar gehen wir in unseren Ausstellungsreihen stets von übergeordneten Themen aus, trotzdem begreifen wir unsere kuratorische Praxis nicht als deduktiv: Anstatt die ausgestellten Arbeiten einer Theorie unterzuordnen, interessieren wir uns für den induktiven Ansatz - und stellen vielmehr die künstlerischen Arbeiten ins Zentrum der jeweiligen Fragestellungen.

Individuelle Formen der Kunstvermittlung
Modellcharakter hat die Form der Kunstvermittlung bei Art Laboratory Berlin, die durch unterschiedliche Vermittlungsformate ein breites internationales Publikum unterschiedlichen Alters erreicht. Auch durch die bewusste Offenheit für unterschiedliche Disziplinen schaffen wir es, verschiedene fachspezifische Ansätze in der Ausstellung rezipierbar zu machen. Zum einen haben wir regelmäßig Studierende bei uns zu Gast, mit denen wir in Seminaren, die aktuellen Positionen und Motive diskutieren. Dann bietet Art Laboratory Berlin auch KünstlerInnen- und KuratorIn-Gespräche an, die einem breiten Publikum die künstlerischen und kuratorischen Prozesse des jeweiligen Projekts transparent machen. Kinderworkshops richten sich explizit an die jungen BesucherInnen und machen auf spielerische Weise die Themen zugänglich.

Ein Teil der Kunstvermittlung besteht unserer Ansicht nach auch darin, weiterführende Literatur vor Ort zugänglich zu machen: Als Beispiel dafür kann die aktuelle macro/micro biologies-Bibliothek genannt werden, die parallel zur letzten der vier macro/micro-biologies-Ausstellungen als Studienraum dem Publikum offen stand: Diverse Fachliteratur zum Thema der Ausstellungsreihe und individuell angefertigte Source-Books mit zahlreichen Publikationen zu allen in der Reihe ausgestellten KünstlerInnen ermöglichten ein Eintauchen in die Materie. Die diskursive Auseinandersetzung ist wesentlicher Bestandteil unserer kuratorischen Praxis: bereits mehrere Male hat Art Laboratory Berlin zu diesem Zweck die Ausstellungen mit internationalen interdisziplinären Konferenzen im Bereich der jeweiligen aktuellen Forschungsfragen erweitert.

Arbeitsschwerpunkte
Seit 2012 konzentriert sich Art Laboratory Berlin verstärkt auf eine kuratorische Praxis, die sich mit aktuellen Fragestellungen und Phänomen des 21. Jahrhunderts auseinander setzt (s.u.). Der anfängliche Arbeitsschwerpunkt in den Jahren 2007 - 2009 brachte folgende Ausstellungsreihen hervor: Kunst & Musik, Kunst & Text, Kunst & Naturwissenschaften, Kunst & Recht. In der Reihe Artists in Dialog ging es um zwei Künstlerpositionen, denen ein Thema, Motiv oder eine künstlerische Strategie der Ausgangspunkt für eine dialogische Ausstellung war. Gleichzeitig war es auch ein Versuch, die herkömmlichen Rollen von KuratorIn und KünstlerIn zu überdenken (seit 2010-11).

2011 präsentierte Art Laboratory Berlin unter dem Titel Sol LeWitt: Artist's Books die gesamten Künstlerbücher des US-amerikanischen Konzeptkünstlers Sol LeWitt .Die Bücher wurden zum individuellen Studium den BesucherInnen zur Verfügung gestellt.
Parallel zur Ausstellung organisierte Art Laboratory Berlin das internationale, interdisziplinäre Sol LeWitt_Symposium, um den Dialog zwischen Kunst & Wissenschaft und Theorie (Forschung) und Praxis (Ausstellung) zu fördern.

2011/12 stellte Art Laboratory Berlin im Rahmen der Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe Time & Technology die aktuellen Themen Technologie und Zeit(wahrnehmung) im Kontext künstlerischer internationaler Produktion zur Diskussion. Die Entwicklung neuester Technologien in den letzten 25 Jahren hat die Gestaltung unseres derzeitigen Lebens wesentlich geprägt. Die Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe fragte nach künstlerischen Beiträgen, welche die neuesten Technologien und damit die veränderten Arbeits- und Kommunikationsformen reflektieren (veränderter Zeitsinn, neue temporale Wahrnehmung).

Von Herbst 2012 bis Sommer 2013 präsentierte Art Laboratory Berlin die Ausstellungsreihe mit Konferenz Synästhesie. Das verstärktes Interesse für das Phänomen der Synästhesie, einer vielfältigen Form der multisensorischen Wahrnehmung, macht sichderzeit sowohl im wissenschaftlichen Bereich als auch in der zeitgenössischen Kunst bemerkbar. Ein auffallend starkes Interesse für gekoppelte Sinneswahrnehmungen ist in zahlreichen aktuellen künstlerischen Arbeiten zu erkennen. (Bezüge zwischen Sound-Farbe, Graphem-Farbe, Vokal-Farbe, Zahl-Farbe, Ort-Olfaktorische, etc.). Die interdisziplinäre internationale Konferenz Synaesthesia. Discussing a Phenomenon in the Arts, Humanities and (Neuro-)Science konnte die Serie bestens abrunden (Juli 2013).

Bis März 2015 präsentierte Art Laboratory Berlin die Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe zum aktuellen Thema [macro]biologies &[micro]biologies. Unser Anliegen war es dabei, eine theoretisch ausgerichtete breite Plattform zu schaffen, auf der WissenschaftlerInnen, KünstlerInnen und die Öffentlichkeit eine Diskussion über Begriffe wie Welt, "Natur", Organismen und unsere Verortung darin führen, in Auseinandersetzung mit dem derzeitigen Diskurs der Lebenswissenschaften.

2016/ 17 präsentiert Art Laboratory Berlin die Serie Nonhuman Subjectivities und Nonhuman Agents mit Ausstellungen, Veranstaltungen und Konferenzen zum Thema.


Art Laboratory Berlin wird von Christian de Lutz and Regine Rapp geleitet.


Das aktuelle Team von Art Laboratory Berlin:

 

Christian de Lutz ist Bildender Künstler und Kurator aus New York City. Er arbeitet in den Bereichen Fotografie, Neue Medien, Video und Installation. Ein Schwerpunkt seiner künstlerischen Praxis ist die Auseinandersetzung mit der Entstehung von Bildern unter den aktuellen technologischen Bedingungen. Inhaltliche Aspekte sind sozial politische und geo-kulturelle Themen im europäischen Raum, insbesondere Aspekte der Migration und kulturelle Grenzbereiche. Er hat bereits mit Künstlern und Institutionen aus Deutschland, Spanien und Südosteuropa zusammen gearbeitet und in Europa, den USA und Japan ausgestellt.

Als Mitbegründer von Art Laboratory Berlin hat er mehr als 30 Ausstellungen kuratiert und zahlreiche Ausstellungsreihen entwickelt, zum Beispiel Time and Technology und Synaesthesia sowie [macro]biologies & [micro]biologies. Seine kuratorische Arbeit konzentriert sich auf den Grenzbereich von Kunst, Naturwissenschaft und Technologie im 21. Jahrhundert. Er hat darüber hinaus zahlreiche Artikel in Zeitschriften und Büchern verfasst und sich in mehreren Verbänden engagiert, u.a. transmediale/ re-Source, Synapse (Haus der Kulturen der Welt) und Netzwerk freier Berliner Projekträume und -initiativen.

cdelutz(at)artlaboratory-berlin.org
Co-Direktor und Kurator, Art Laboratory Berlin




 

 

Regine Rapp ist Kunsthistorikerin und Kuratorin. Schwerpunkte in ihrer Forschung zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts sind Installationskunst, Text-Bildtheorie, das Künstlerbuch und Projekte zu Art & Science. Derzeit forscht sie zur Raumästhetik der zeitgenössischen Installationskunst. Sie hat als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle gearbeitet, wo sie Kunstgeschichte und kuratorische Praxis lehrte.

Sie war Mitbegründerin von Art Laboratory Berlin im Jahr 2006 und hat bisher mehr als 30 Ausstellungen kuratiert (Ausstellungsreihen zu Time and Technology, Synaesthesia sowie macro/microbiologies) und mehrere Publikationen herausgegeben. Parallel zur Ausstellung Sol LeWitt. Artist's Books hat sie 2011 das internationale Sol LeWitt_Symposium bei Art Laboratory Berlin konzipiert und realisiert. Zusammen mit Christian de Lutz hat sie die internationale und interdisziplinäre Konferenz Synaesthesia. Discussing a Phenomenon in the Arts, Humanities and (Neuro-)Science entwickelt, die im Juli 2013 bei Art Laboratory Berlin stattgefunden hat. Ihre neue Publikation [macro]biologies & [micro]biologies. Art and the Biological Sublime in the 21st Century ist eine theoretische Reflexion der gleichnamigen Serie von 2014-15.

Sie ist Mitglied bei der International Association on Word and Image Studies (IAWIS) und SYNAPSE Curators' Network (Haus der Kulturen der Welt).

rapp(at)artlaboratory-berlin.org
Co-Direktorin und Kuratorin, Art Laboratory Berlin



Olga Shmakova studierte Kunstgeschichte an der Russischen Staatlichen Universität für Geisteswissenschaften in Moskau (RGGU). Ihr Forschungsinteresse liegt in der Kunst der Moderne und Gegenwart (Darstellende Künste, Installationskunst, Kunst im Kontext). Zu ihrem Projekt "Die Suche nach der idealen Sprache der Kunst in multimedialen Projekten der russischen Avantgarde und der Meister des deutschen Bauhauses" hat sie im Jahr 2008/2009 an der Humboldt Universität zu Berlin geforscht. Vor kurzem hat sie ihren Master in Kunst- und Bildgeschichte mit einer hervorragenden Masterarbeit über Synästhesie in der Kunst des 20. Jahrhunderts abgeschlossen.

olga.shmakova(at)artlaboratory-berlin.org



Utpala Sharma studierte Biologie an der Dayalbagh Universität in Agra, Indien. Sie spezialisierte sich in den Bereichen Genetik, Molekularbiologie, Artenschutz, Biodiversität, u.a. Von 2010 bis 2015 forschte sie an derselben Universität zu ihrem Projekt "Phylogenetische Studien über ausgewählte Gruppen von Schuppenkriechtieren in halbtrockenen Gebieten in Agra." Sie erhielt ein Stipendium von der Universitätskommission für wissenschaftliche Forschungsarbeiten in Naturwissenschaften für lobenswerte Forscher in Indien. Sie arbeitet derzeit am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin. Bei Art Laboratory Berlin sammelt und strukturiert sie Daten aus verschiedenen Quellen und trägt Wissen zusammen, mit dem Schwerpunkt auf die Reihe Nonhuman Agents.

utpalasharma(at)artlaboratory-berlin.org





Florence Razoux ist Neurobiologin. Ihre Dissertation in Biomedizintechnik an der ETH Zürich (CH) über die Entwicklung von pharmakologischen MRI-Methoden bei Mäusen wurde als Pionierarbeit ausgezeichnet. Sie vertiefte ihre Kompetenz in Neuroimaging und Hirnphysiologie während ihres Postdoc-Aufenthalts an der UCSD (USA) und am MDC Berlin (DE). Ihre wissenschaftliche Arbeit über präklinische Modelle psychiatrischer Erkrankungen wurde in renommierten biomedizinischen Zeitschriften veröffentlicht. Parallel zu ihrer wissenschaftlichen Karriere erforscht Razoux derzeit die kreative Forschungslandschaft an der Schnittstelle zwischen Neurowissenschaften, Technik, Design und Kunst. Ihre Arbeit wurde in London (Burnout, 2015) und zuletzt im Haus der Kulturen der Welt in Berlin (Grey Matters, 2017) vorgestellt. Derzeit arbeitet sie an der Nonhuman Agents-Serie bei Art Laboratory Berlin.

flo(at)artlaboratory-berlin.org


 

Bilge Hasdemir studierte Soziologie und forschte für ihre Masterarbeit über die Bildung der neuen Medienkunst in der Türkei an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Technologie. Während ihrer Forschung für eine Promotion in Soziologie erhielt sie ein Stipendium von EACEA für das Media Arts Cultures/ Erasmus Mundus Joint-Masterprogramm und beschloss, ihr Studienfach zu ändern. Sie forscht derzeit für ihre Masterarbeit in Media Arts Cultures. Sie ist auch Mitbegründerin von Omnivores, das sich auf spekulative Szenarien in Kunst & Gastronomie konzentriert. Ihre aktuellen Forschungsinteressen sind lokale Medienkunstgeschichte, Medienarchäologie, Kollaborationsformen von Kunst & Wissenschaft, Bio Art und Hybrid Art. Derzeit arbeitet sie an der Nonhuman Agents-Serie bei Art Laboratory Berlin.

bilge(at)artlaboratory-berlin.org



Anne Schreiber hat Neuere deutsche Literatur, Philosophie und Volkswirtschaftslehre an der Humboldt-Universität zu Berlin studiert. Sie hat bei nationalen und internationalen Ausstellungshäusern mitgearbeitet, u.a. bei Kunstverein Freiburg, Kunsthaus Dresden, de Appel arts centre Amsterdam, Skulptur Biennale Münsterland sowie eigene Ausstellungen konzipiert, u.a. zu Internetkunst sowie zur Status von Theorie in der Gegenwartskunst. 2013 wurde sie zur Teilnahme bei Independent Curators International (ICI) in New York ausgewählt. 2016 hat sie mit Svenja Schüffler das Institut für unsicheres Wissen IUK Berlin gegründet. Daneben arbeitete sie als Autorin für Badische Zeitung, artnet Magazine Berlin, Berliner Gazette, Der Tagesspiegel, De:Bug, Telepolis und artline. Schreiber war Mitglied des PhD-Net „Das Wissen der Literatur“ an der Humboldt-Universität und des Graduiertenkollegs „Automatismen“ der Universität Paderborn. Derzeit erstellt Anne Schreiber ihre Dissertation zu den Wechselbeziehungen zwischen der Biochemie, Wissenschaftsgeschichte und Managementtheorie in den USA Anfang des 20. Jahrhunderts. Bei Art Laboratory Berlin arbeitet sie im Bereich Presse und PR und betreut die interdisziplinäre Veranstaltungsreihe Nonhuman Agents.

schreiber(at)artlaboratory-berlin.org





 

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