DIY Bio Lounge // 24. - 26. Januar 2014

Zu Beginn des Jahres 2014 [macro]biologies & [micro]biologies präsentiert Art Laboratory Berlin dreitägige Veranstaltung zum Thema open source biology und Mikroorganismen (in Kooperation mit dem transmediale Festival).


Differential intake of coloured substances by slime mould Physarum polycephalum in laboratory implementation of Kolmogorov-Uspenskii machine. Courtesy of Andrew Adamatzky. Adamatzky A. "Physarum Machines" (World Scientific, 2010).

24. Januar 2014 20 Uhr: Art & Science Dialog mit Theresa Schubert und Andy Adamatzky
Der Dialog zwischen der Künstlerin Theresa Schubert und dem Wissenschaftler Andrew Adamatzky gibt einen Einblick in ihre Arbeit mit dem einzelligen Organismus Physarum polycephalum. Als eine lebendige Kuriosität dient dieser Typ der Schleimpilze als Modell für eine Optimierung des Netzwerks. Er kann als "Agent" interpretiert werden, der die geometrischen Probleme löst. Im Gespräch werden einige Kunstwerke und Ergebnisse dieser Experimente präsentiert und es wird in Frage gestellt, was man üblicherweise unter Intelligenz und Kreativität versteht. Der posthumane Blick auf die Welt und seine Kreaturen wir dabei betont.

Theresa Schubert (DE) ist post-media Künstlerin. Sie arbeitet im Bereich der künstlerischen Forschung und promoviert zurzeit an der Bauhaus-Universität in Weimar. (http://www.theresaschubert.org/)
Andrew Adamatzky (UK) ist Professor für Unconventional Computing am Institut für Informatik, Direktor des Unconventional Computing Centre und Mitglied des Bristol Robotics Lab an der University of the West of England (http://uncomp.uwe.ac.uk/adamatzky/)

25. Januar 2014
14 - 18 Uhr DIY Bio Lounge; Bio-hackathon
19 Uhr Präsentation von Rüdiger Trojok
Anschl.
- offenes Ende: DIY Bio Lounge, drop in & drop out, open bio lab; molecular cocktails; Bioluminescence (eine Installation)

Vielfältiges Ganztagsprogramm mit Veranstaltungen unter der Leitung des Biologen Rüdiger Trojok, das science art und open source science technology kombiniert. Diese Veranstaltung ist Teil eines größeren Projektes zur Schaffung eines open bio lab project in Berlin. (http://www.openbioprojects.net)

Am Abend eröffnen wir dann unsere Molekulare Cocktailbar, bei der wir unter anderem Sekt mit Aperol-Bubbles und rauchenden Cocktails servieren.

26. Januar 2014
14-18 Uhr DIY Bio Lounge, open bio lab
15 Uhr: BioStrike: Open Antibiotics Discovery eine Präsentation von Denisa Kera (hackteria.org und National University of Singapore) mit einem Workshop von Julian Chollet

25.-26. Januar 2014
Bioluminescence - eine Installation von Sarah Chareza and Jessica Bernds
In der Installation werden bioluminiszierende Bakterien (Aliivibrio Fischeri) gezeigt. Diese Bakterien sind in allen Weltmeeren verbreitet. Sie leben bevorzugt in Symbiose mit Meeresorganismen (z.B. Heringe oder Kalmare). Chemische Reaktionen innerhalb der Bakterienzellen, die Biolumineszenz, machen die Zellen in der Dunkelheit für den Beobachter sichtbar. Im Gegensatz zur Phosphoreszenz, die bei sich zersetzendem organischem Material zu beobachten ist, und nur durch vorherige Beleuchtung sichtbar gemacht werden kann, tritt die Biolumineszenz nur bei lebenden Organismen auf.

In der Installation werden diese für den Menschen ungefährlichen Bakterien auf einem Nährmedium gezüchtet. Dabei wollen die Künstlerinnen die Ästhetik des Zerfalls darstellen, die täglich einer Vielzahl an ungenutzten Lebensmitteln anheimfällt und diese mit der Aussage "The Food-Question" in den Kontrast zur weltweiten Nahrungsknappheit setzen.


Jessica Bernds ist in Berlin lebende und arbeitende Biologin und Bio-Künstlerin.

Sarah Chareza promovierte in Mikrobiologie und Virologie am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg und ist zurzeit in einer Forschungsorganisation tätig.

Denisa Kera ist Philosophin und Designerin, die sich Prototypen bedient, um sowohl die Geschichte der Naturwissenschaft neu zu überdenken, als auch Zukunftsszenarien neuester Technologien zu entwickeln. Seit 2013 sammelt sie DIY-Prototypen und betreut das Hackterian Network Archiv. Sie arbeitet als Professorin an der National University of Singapore.

Rüdiger Trojok studierte Systeme und Synthetische Biologie an der Universität Potsdam und an der Universität Freiburg (D)und an der Denmark Technical University. Zurzeit arbeitet er an der Produktion von citizen science biolab in Berlin und an der Unterstützung von open source Biotechnologie in Öffentlichkeit, Politik und Kunst.

In Zusammenarbeit mit openbioprojects.net und der Vorspiel 2014 Programm der Transmediale und CTM

Medienpartner:

 

Art of Science, von Dr. Barbara Borek, Art-in-Berlin Online-Magazine, publiziert am 27. Januar 2014

 

   
mit freundlicher Unterstützung von: