Synaesthesia / 4: Translating, Correcting, Archiving
Eva-Maria Bolz, Ditte Lyngkær Pedersen, Andy Holtin

Vernissage: 31.05.2013, 20Uhr
Ausstellungslaufzeit: 1.6. - 21.7.2013
Öffnungszeiten: Fr - So, 14-18 Uhr u.n.V.,

Synaesthesia/ 4: Translating, Correcting, Archiving präsentiert die Arbeiten von Ditte Lyngkær Pedersen (DK), Eva-Maria Bolz (D) und Andy Holtin (USA). Die Ausstellung widmet sich ausgewählten künstlerischen Strategien zur Dekodierung des Phänomens der Synästhesie. Es ist bezeichnend, dass alle drei Künstler unterschiedliche Formen der synästhetischen Wahrnehmung erleben.

Die graphemisch und räumlich synästhetisch begabte Künstlerin Ditte Lyngkær Pedersen hat seit 2003 ein umfangreiches Videoarchiv mit Interviews zur multisensorischen Wahrnehmung von Synästhetikern angelegt, die die Erfahrungen Einzelner dokumentieren und zugleich die unüberbrückbare Kluft zwischen dem individuellen Themengebiet und dem Publikum deutlich machen.


Ditte Lyngkær Pedersen, Why Is Green a Red Word?, videostills, 2003 - 2013

Ihr Projekt Why Is Green a Red Word? präsentiert Interviews mit Synästhetikern und Wissenschaftlern, des weiteren werden konzeptuelle Videoarbeiten wie What the Hell does Purgatory Look Like? gezeigt. Eine Serie von Zeichnungen visualisiert die räumliche Vorstellung von Zahlen unterschiedlicher Synästhetiker. Zur Ausstellungseröffnung erscheint das Künstlerbuch Why Is Green a Red Word? von Ditte Lyngkær Pedersen


Eva-Maria Bolz, Der Innere Monitor (Die Rose und die Nachtigall, Oscar Wilde), 2013, Detail

Die Berliner Künstlerin Eva-Maria Bolz, die eine graphemische und lexikalische Synästhesie empfindet, widmet sich der Erforschung der Beziehung von Farbe, Text und Wahrnehmung. Bei ihrer individuellen Form der Synästhesie empfindet sie eine unveränderliche Assoziation von Farben zu Zahlen, Buchstaben und bei der lexikalischen Synästhesie zu ganzen Wörtern. Wahrnehmung wird zu einem Filter, durch den Buchstaben, Worte – der Text an sich – in Farben übersetzt und aus einer Menge allgemein bekannter Zeichen in eine Nachricht verwandelt wird, die nur von einer bestimmten synästhetischen Empfindung erfasst werden kann. Das Projekt Der Innere Monitor, das Eva-Maria Bolz bei Art Laboratory Berlin präsentiert, folgt ihrer subjektiven Wahrnehmung, dass Farben und Buchstaben einen bestimmten Code bilden, durch den ein Text in Farbstreifen übersetzt werden kann. Jeder Buchstabe entspricht dabei einem bestimmten Farbton. Indem die Künstlerin gezielt Texte verwendet, die intensive Farbbeschreibungen enthalten, wie etwa Oscar Wildes Die Rose und die Nachtigall, macht sie den Text durch die Augen eines Synästhetikers erlebbar. Zur Ausstellung wird Bolz fünf ausgewählte Texte in Form großer Farbtafeln präsentieren. Zusätzlich zu den Farbtafeln wird eine Dokumentation in Form eines Künstlerbuchs angelegt.

Andy Holtin, Corrections, videostill, 2009

Andy Holtin verfügt über eine graphemisch-synästhetische Wahrnehmung, verbunden mit einer bestimmten Farb-Nummer-Assoziation. Er sieht Zahlen in bestimmten Farben, überdies noch variiert durch eine partielle Rot-Grün-Blindheit, die nur bestimmte Nuancen betrifft.
In seinem Video Corrections (2009) sieht man, wie eine Hand verschiedene Zahlen auf Fotografien von Hinweistafeln und Namensschildern durch Kolorierung erweitert. Corrections demonstriert die Lücke zwischen dem Gegenstand und dessen subjektiv sinnlicher Wahrnehmung ebenso wie die persönlichen Eindrücke des Künstlers selbst. Durch das schnellere Abspielen der Aufnahme erscheint der Akt des Kolorierens grotesk und die Handlung der malenden Hand bekommt darüber hinaus etwas Slapstick-artiges. In seinem Video Connections (2013) untersucht der Künstler die Schwierigkeit, der er begegnet, wenn Objekte eine bestimmte Farbe haben und diese sich mit der farblich wahrgenommenen Nummer treffen. Entsprechend seiner synästhetischen Wahrnehmung empfindet Holtin das als Verknüpfung.

Während dieser Ausstellung, die den Abschluss der Synästhesie-Ausstellungsreihe darstellt, wird Art Laboratory Berlin die internationale interdisziplinäre Konferenz „Synaesthesia. Discussing a Phenomenon in the Arts, Humanities and (Neuro-)science“ realisieren.
(5 & 6 Juli 2013, Theater Glaskasten, Prinzenallee 33, direkt neben Art Laboratory Berlin)
Mehr Informationen


Regine Rapp & Christian de Lutz (Kuratoren)
rapp@artlaboratory-berlin.org
cdelutz@artlaboratory-berlin.org

Presse: Olga Shmakova
olga.shmakova@artlaboratory-berlin.org

Mit freundlicher Unterstützung von:


Medienpartner:

Die Synaesthesia Reihe wurde von Michael Schröder unterstützt.

 



Eva-Maria Bolz, Die Innere Monitor, Installationsansicht, 2013

 


Eva-Maria Bolz, Die Innere Monitor, 2013 (Detail von Künstlerbuch)

 


Andy Holtin, Corrections, 2013

 


Ditte Lyngkær Pedersen, Why Is Green a Red Word? Installationsansicht, 2013

 


Ditte Lyngkær Pedersen, Why Is Green a Red Word? Künstlerbuch, 2013

gallerytalk.net, 14 July 2013

tageszeitung(taz) 9 July 2013

Berliner Zeitung, 9 July 2013

Besondere Danke an: