NatureCultures

Brandon Ballengée | Katya Gardea Browne | Pinar Yoldas

Kuratiert von Regine Rapp & Christian de Lutz

Bei der Alfred Ehrhardt Stiftung, Auguststr. 75, 10117 Berlin
Ausstellung läuft 2. Juli -4.September 2016
Finissage und Kuratorenführung: 4 September 2016, 14 Uhr
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Nächste Ausstellung

Nonhuman Subjectivities
Aural Aquatic Presence

Robertina Šebjanič


Robertina Šebjanic, Aurelia 1+Hz / proto viva generator, Installation mit lebenden Einheiten, 2014. Photo: Hana Jošič

Vernissage: Freitag, 2. September 2016, 20 Uhr
Laufzeit: 3. September – 9. Oktober 2016,
Öffnungszeiten: Fr – So, 14-18 Uhr u. n. Vereinbarung

Workshop/ Seminar: 18. September 2016
Mit Robertina Šebjani
č, Kat Austen, Regine Rapp, Christian de Lutz
Anmeldung erforderlich/ Mehr Information bald

Die Ausstellung untersucht Wirkung und Empfindung eines der ‚einfachsten’ mehrzelligen Wesen – der Qualle. Diese wird mit einer der vom Menschen gemachten Maschinen in Verbindung gebracht. Das Ausstellungsprojekt thematisiert die Bedeutung von Sound in Meeresgewässern sowie die Auswirkungen menschlicher Eingriffe auf auditive aquatische Systeme.

In ihrer Werkreihe Aurelia 1+Hz setzt sich die in Ljubljana lebende Künstlerin Robertina Šebjani
č mit biopolitischen und technologischen Versuchen der Lebensverlängerung auseinander und reflektiert Formen des Zusammenlebens verschiedener Arten. Šebjanič, die für ihre Projekte mit Marinebiologen aus der ganzen Welt kooperiert, hat sich für die Arbeit mit Quallen entschieden – Tiere, die seit mehr als 500 Mio. Jahren auf unserer Erde existieren.

Ihre interaktive Installation Aurelia 1+Hz / proto viva generator von 2014 basiert auf einer wechselseitigen Koexistenz von Tier und Maschine. Im Gegensatz zu Robotern, die durch digitale künstliche Intelligenz gesteuert werden, bedient sich dieses Projekt ausgewählter Tiere, um einer einfachen Maschinen Leben ‚einzuhauchen’, um sich sozusagen durch die Maschine auszudrücken. Die Quallen steuern die gesamte Installation: den mechatronischen Teil sowie Video und Sound. Die Bewegungen und Kontraktionen der Quallen werden von einer HD-Kamera aufgezeichnet. Die Aufnahmen werden dann in Echtzeit in Codes verwandelt, die wiederum die Mechanismen der Installation steuern.

2015 hat Šebjani
č Aurelia 1+Hz / proto viva sonification realisiert – eine audiovisuelle Performance mit lebenden Einheiten. Die Künstlerin hat das Aurelia 1+Hz-Projekt erweitert, um Phänomene der zwischenartlichen Kommunikation, Sonifikation der Umgebung sowie die Akustik des jeweiligen Raumes, das die Wesen umgibt, zu erkunden. „Die sound loops“, erklärt Šebjanič, „enthalten Aufnahmen von Quallen in einer begrenzten Umgebung, die sich mit bereits aufgezeichneten Sound-Experimenten aus dem Meer zu einem generative score vermischen, insgesamt eine intensive immersive klangliche und visuelle Erfahrung.“

Šebjani
čs derzeitiges Projekt Subaquatic / Aquatocene sound scape von 2016 untersucht das Phänomen akustischer Belästigungen unter Wasser, die in Meeren und Ozeanen durch den Menschen verursacht werden. Während der letzten Jahre hat die Künstlerin eine Anzahl von Aufnahmen gemacht, bei denen sie Hydrophone, Unterwasserschallempfänger, benutzt hat. Für die Ausstellung hat sie eine Sound-Installation mit ausgewählten Aufnahmen aus ihrem Archiv produziert, die sich mit menschlicher Lärmbelästigung kritisch auseinander setzt. Unterwasserlärm betrifft eine ganze Reihe mariner Lebensformen, die auf bestimmte subaquatische akustische Milieus existentiell angewiesen sind.



Letzte Ausstellung


Nonhuman Subjectivities
On Animals. Cognition, Senses, Play

Rachel Mayeri   Maja Smrekar

Vernissage: 27. Mai 2016, 20 Uhr
Artists Talk: 29. Mai 2016, 15 Uhr

Dialog und Finissage: 17. Juli 2016, 15 Uhr

Ausstellungslaufzeit: 28. Mai - 17. Juli 2016, Fr-So, 14-18h und nach Vereinbarung (24. Juni geöffnet bis 21 Uhr)


Links: Maja Smrekar, I Hunt Nature and Culture Hunts Me, 2014, Videoaufzeichnung der Performance; rechts: Rachel Mayeri, Apes as Family, 2012, Film

Die Ausstellung On Animals. Cognition, Senses, Play untersucht zwei Arten von Tieren, die eine beeindruckende kognitive Nähe zum Menschen aufweisen: Primaten, unsere nächstliegenden Verwandte, besitzen komplexe kognitive Systeme, die denen der Menschen stark ähneln, sich aber auch in gewissen Bereichen radikal unterscheiden. Hunde, die dem Menschen nächstliegenden Begleiter der gesamten Tierwelt, haben sich neben dem Menschen über 30.000 Jahre lang weiterentwickelt. Allen gemeinsam ist der von Donna Haraway formulierte Begriff des "Miteinanderhandelns": Durch die Überwindung konventioneller Dichotomien von Natur/Kultur, Mensch/Tier oder Subjekt/Objekt geht es vielmehr um ein gemeinsames Agieren. In ihren Arbeiten zu Tieren (Primaten, Hunde und Wölfe) setzen die beiden Künstlerinnen Maja Smrekar und Rachel Mayeri auf bestimmte Strategien des Narrativen und das Phänomen der Immersion, um sich dadurch der Perspektive eines nichtmenschlichen Gegenübers anzunähern. Sie stellen den Instinkt und die Sinne des Nichtmenschlichen ins Zentrum ihrer künstlerischen Forschung. Mittels Performance, Film und Kunst-Naturwissenschafts-Kollaborationen versuchen beide, die Kognitionsfähigkeit des Nichtmenschlichen zu übersetzten.

Maja Smrekars Performance I Hunt Nature and Culture Hunts Me, im Rahmen einer Künstlerinnenresidenz in einem Tierheim für Wölfe entstanden, untersucht die Phylogenetik des Wolfs, die Wolf-Hund-Mensch-Beziehung und setzt sich mit der Tierethik auseinander. Das implizierte Risiko und die Intimität in Smrekars Performance mit den hybriden Wolfshunden wird durch rezitierte Texte von Joseph Beuys, Oleg Kulik und Smrekar kontrastiert. Ein Dokumentarfilm gibt Auskunft über die komplexe Evolutionsgeschichte des Hundes.

In ihrer Arbeit Ecce Canis untersucht die Künstlerin metabolische Prozesse, die emotionale Motive für eine tragende Verbindung zwischen Mensch und Hund angestoßen haben, die erfolgreich koexistieren. Die Ausstellung stellt auch das Serotonin der Künstlerin und dem Border Collie Byron vor. Mittels chemischer Protokolle wurde es in einen Duft transformiert, der die chemische Essenz ihrer Mensch-Hund-Beziehung darstellt.

Für ihre Filme hat die in Los Angeles lebende Künstlerin Rachel Mayeri in den letzten Jahren mit Primatolgen zusammen gearbeitet. Im Rahmen ihrer Serie 'Primate Cinema' hat sie Filme für und über Schimpansen und andere Menschenaffen geschaffen. In Apes as Family können wir ein Drama verfolgen, das eine Geschichte über die sozialen Bräuche von Schimpansen sowie ihre Domestizierung erzählt. Einerseits spricht uns, als menschliche Betrachter, die teils dramatische Handlung emotional an, andererseits sehen wir wiederum die Reaktionen des Schimpansen-Publikums, die denselben Film auf einem großen TV-Monitor sehen. So erweist sich der Film als gelungenes Beispiel für das 'Primate Cinema', als Film für nichtmenschliche Primaten, aber auch für die komplexen Zusammenhänge des artenübergreifend Verständnisses. Mayeris Film Baboons as Friends stellt Filmmaterial mit Pavianen einem Film-Noir-Reenactment mit menschlichen Schauspielern gegenüber und zeigt die Geschichte von Lust, Eifersucht und Betrug von Tieren und Menschen.


Regine Rapp & Christian de Lutz (Kuratoren)


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Vorherige Ausstellung:

Nonhuman Subjectivities
The Other Selves. On the Phenomenon of the Microbiome

François-Joseph Lapointe, Saša Spačal mit Mirjan Švagelj und Anil Podgornik, Tarsh Bates, Joana Ricou
Performance - 1000 Handshakes: 3. Februar 2016. 19-22 Uhr während Eröffnung der transmediale, Haus der Kulturen der Welt (Mehr Informationen)
Vernissage: 26. Februar 2016, 20 Uhr
Künstler/innengespräch: 28. Februar 2016, 15Uhr
Science Hack Day Stammtisch 23. März 2016, 19 Uhr (Mehr Informationen)
Naturwissenschaftlerin und Künstlerin im Gespräch - PD Dr. Annette Moter und Tarsh Bates: 23. April 2016, 18 Uhr
Finissage mit Gespräch von Felix Navarrete: 30. April, 2016 15-18 Uhr

Ausstellung: 27. Februar – 30. April, 2016 || Fr-So 14-18 Uhr u.n.V.



Links: François-Joseph Lapointe, Microbiome selfie, 2014 Mitte & rechts: Saša Spačal, Mirjan Švagelj, Anil Podgornik Mycophone Unison, Responsive Installation: Elektronic, Klang, und biologische Materialen, 2013; Petri dish, Installation Detail 2013


Die Ausstellung, die erste unserer neuen Ausstellungsreihe Nonhuman Subjectivities, zeigt verschiedene künstlerische Positionen zum komplexen mikrobiellen Milieu am und im menschlichen Körper. Wissenschaftler behaupten, dass es genauso viele Bakterien wie menschliche Zellen in unserem Körper gibt. Das Phänomen des Mikrobioms wirft also eine Menge grundlegender Fragen über die menschliche Identität und unsere Beziehung zu unseren multiplen Entitäten auf.

François-Joseph Lapointe verbindet seine biologische Forschung mit Performancekunst. Seine jüngsten künstlerischen Arbeiten thematisieren das Mikrobiom in Verbindung mit unserem alltäglichen Leben und der physischen Beziehung zu anderen. Lapointe sequenziert sein eigenes Mikrobiom, um metagenomische Selbstportraits zu schaffen, sogenannte Microbiome Selfies, welche die Metamorphose seines bakteriellen Selbst illustrieren. In der Ausstellung werden neue Arbeiten seiner Performance 1000 Handshakes zu sehen sein, die er vor kurzem in der Eröffnungsnacht der transmediale 2016 realisierte. Die Bilder zeigen den mikrobiellen Verlauf während der Interaktion mit dem Mikrobiom anderer - so zum Beispiel beim Händeschütteln, einer grundlegenden und uralten Form der Beziehungspflege.

Saša Spačal zusammen mit Mirjan Švagelj und Anil Podgornik untersuchen die Dichotomie des Einsseins des menschlichen Körpers zwischen biologischer Einheit zum einen und Vielheit des menschlichen Mikrobioms zum anderen. In ihrer Installation Mycophone_unison entwickelte das Kunst-Wissenschaft-Design-Team eine auditive Landkarte der Interaktionen ihrer Mikrobiome und uns Rezipienten: Indem die Besucher ihren Fingerabdruck hinterlassen, senden sie ein Signal an die Karte, die dies durch die zentrale Himmelsplatte an die drei Mikrobiome weitergibt und verarbeitet. Die polymodale Sonifikation betont dabei die Vielfältigkeit der Macher/innen.

    
Links: Tarsh Bates bei der Arbeit im Labor für künstlerische Produktion, School of Pathology and Laboratory Medicine, The University of Western Australia, 2015, Rechts: Joana Ricou, Other landscape no. 1, microbiome der Künstlerin und Umgebung, C-print, 89 × 140 cm, 2014

Tarsh Bates untersucht künstlerisch, was es bedeutet, Mensch zu sein, wenn unser Körper mit mehr als einer Billion Zellen ausgestattet ist, von denen doch nur die Hälfte menschliche sind. Ihre neue Arbeit Surface dynamics of adhesion besteht aus einem beflockten Tapetenmodell. Auf der Grundlage des Bluts der Künstlerin und in Plexiglas-Rahmen dicht verschlossen entwickelt ein Candida bestimmte Muster, die in den Salons der viktorianischen Zeit populär waren. Die Arbeit ermöglicht ästhetische Erfahrungen über die Kontaktzonen zwischen den zwei völlig unterschiedlichen Organismen. Darüber hinaus thematisiert die Installation die unbewusste Beziehung, die wir zu Candida haben.

Joana Ricous Fotografien, mikrobielle Gemälde und Performances verlaufen jenseits der traditionellen Grenze zwischen Organismus und Umgebung. Ricou sammelt Proben ihres eigenen Mikrobioms und das ihrer Umgebung, kultiviert diese im Labor, um sie anschließend zu visualisieren. Daraus sind zwei Portrait-Serien entstanden: Other-self Portraits, ein Gemisch von Kulturen ihres eigenen Körpers; und Non-self Portraits, ein Gemisch von umgebenden Kulturen.

Regine Rapp & Christian de Lutz (Kuratoren)


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Mit der freundlichen Unterstüzung von:



Kooperationspartner:

 

Medienpartner:


Ermöglicht durch eine großzügige Unterstützung von Michael Schröder.





Informationen zu der Serie [macro]biologies & [micro]biologies von 2014-15 hier...


Publikationen!

Wir freuen uns sehr, Ihnen/ Euch unsere neue Publikation vorzustellen:
[macro]biologies & [micro]biologies. Art and the Biological Sublime in the 21st Century.
Hrsg. v.Regine Rapp & Christian de Lutz, Berlin 2015
Mehr Informationen hier...



Online Publikation:
Wir freuen uns sehr, mit Ihnen/ Euch unsere Online-Publikation der zweitägigen internationalen, interdisziplinären Konferenz zu teilen, die bei Art Laboratory Berlin im Sommer 2013 stattgefunden hat: Synaesthesia. Discussing a Phenomenon in the Arts, Humanities and (Neuro-)Science

Art Laboratory Berlin bedankt sich für die ständige Unterstützung von:

 

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